MP3, M4a oder WAV? Welches Podcast Dateiformat solltest Du verwenden?

Heute geht es um einen technischen Aspekt vom Podcasting.

Es geht um das Dateiformat, bzw. Audioformat in dem du deine Episoden veröffentlichst.

Die Wahl des richtigen Dateiformats ist sehr wichtig, denn es kann Auswirkungen auf deinen Podcast Erfolg haben!

Wenn du ein Dateiformat verwendest, das nicht mit allen Podcast Apps kompatibel ist, dann bekommst du weniger Downloads, weil die Nutzer von diesen Apps deine Folgen nicht anhören können…

Das solltest du um jeden Preis vermeiden!

Nachdem du diesen Artikel gelesen hast, wirst du genau wissen, wann welche Dateiformate optimal für deine Aufnahmen sind.

Du kannst dieses Wissen dann direkt für deinen eigenen Podcast umsetzen.

Die drei beliebtesten Dateiformate für Podcasts

Zu Beginn möchte ich dir die drei gängigsten Dateiformate kurz vorstellen, damit du einen guten Überblick bekommst, und damit du verstehst wie sie funktionieren, denn:

Nur wenn du verstehst, wie die Dateiformate funktionieren, kannst du sie auch richtig anwenden.

Die drei Formate sind:

  • MP3
  • M4a / AAC
  • WAV

Format 1: MP3, die Mutter aller Audioformate

Von MP3 hast du sicher schon einmal gehört!

Es ist das bekannteste, und gleichzeitig das am weitesten verbreitete Audioformat.

MP3 ist ein sogenanntes „verlustbehaftetes Format“. Das bedeutet:

Wenn man eine Audiospur in einem Audiobearbeitungsprogramm (z.B. Audacity) als MP3 Datei exportiert, dann gehen gewisse Ton- und Klanginformationen verloren.

Die Originalaufnahme wird also komprimiert, damit die Datei am Ende weniger Speicherplatz benötigt.

Das ist ein großer Vorteil, hat aber auch eine Kehrseite:

Die Audioqualität wird dadurch leicht verschlechtert. Der Verlust ist nicht riesig, aber er ist trotzdem spürbar vorhanden.

MP3 ist mit fast überall kompatibel

MP3 ist mit allen Podcasts Apps, allen Podcast Plattformen und allen möglichen Geräten kompatibel.

Du kannst dir zu 99% sicher sein, dass wenn irgendwo Audio verarbeitet oder abgespielt werden kann, dass dort auch MP3 unterstützt wird!

Format 2: M4a, das bessere MP3

Das zweite Format, das ich dir vorstellen möchte, heißt „M4a“.

Es läuft aber auch oft unter dem Namen „AAC“ (Advanced Audio Coding). Zum Beispiel bei den iTunes Einstellungen wirst du es unter diesem Namen finden.

Aber die gängigste Abkürzung, der gängige Name und auch die Dateiendung lauten „M4a“

M4a ist ein richtig tolles Dateiformat. Es hat sogar einige Vorteile gegenüber MP3.

So benötigt es beispielsweise deutlich weniger Speicherplatz, hat aber gleichzeitig eine höhere Qualität.

Es ist genauso wie MP3 ein verlustbehaftetes Audioformat, bedeutet im Vergleich zur originalen Tonspur geht ein wenig Qualität verloren.

Allerdings sind diese Qualitätsverluste minimal, und sogar noch um einiges geringer als bei MP3.

Ist M4a der MP3 Killer?

Du denkst dir jetzt vielleicht:

„Warum sollte ich denn überhaupt noch MP3 verwenden, wenn es doch das bessere und modernere M4a gibt?“

Dieser Gedanke geht auf jeden Fall in die richtige Richtung!

M4a wird nämlich oft als MP3 Killer angesehen.

Es ist ganz eindeutig das (technisch) bessere Format. Aber der technische Vorsprung ist eben nicht alles.

Viel wichtiger als die technischen Eigenschaften eines MP3 Formats ist die Kompatibilität, also: Wo wird das Dateiformat überall akzeptiert und unterstützt?

MP3 ist fast überall zu 100% kompatibel, während das bei M4a wohl noch einige Jahre dauern wird, bis wir soweit sind.

Die Mehrheit aller Podcast Apps und die Mehrheit aller Podcast Player unterstützen M4a zwar schon, aber leider noch nicht alle.

Und es gibt auch manche Geräte, die es noch nicht richtig unterstützen, zum Beispiel die Smartphones von Blackberry.

Manche kleineren Podcast Apps haben auch keine Unterstützung für M4a.

Das betrifft vermutlich keinen großen Anteil deiner Zuhörer, aber sollte trotzdem nicht vernachlässigt werden!

M4a hat aber noch ein viel größeres Problem:

Spotify und M4a stehen auf Kriegsfuß!

Wie du sicherlich weißt, ist Spotify der Nummer 1 Player in der Podcast Welt und bei den meisten Shows kommen darüber die größte Anzahl der Downloads.

Es gibt immer wieder Berichte von Podcastern, die M4a verwendet und dann Kompatibilitätsprobleme mit Spotify bekommen haben.

Bei anderen scheint es wiederum gut zu funktionieren.

Oft wird die Datei dann im Hintergrund noch vom Podcast Hoster in das richtige Format umgewandelt!

Aber darauf würde ich mich nicht verlassen…

Es gibt derzeit eben noch einige Probleme, und deswegen müssen wir M4a (im Moment noch) mit Vorsicht genießen, insbesondere mit Blick auf Spotify.

Format 3: Das WAV Dateiformat

Das dritte gängige Audioformat heißt „Wave“, die Abkürzung und Dateiendung lauten WAV.

Wave wurde von Microsoft und IBM entwickelt, und es ist ein sogenanntes „verlustfreies Audioformat“.

Es reduziert den Speicherplatz im Vergleich zur Originalaufnahme.

Die Reduktion ist im Vergleich zu MP3 und M4a allerdings nur sehr gering…

Dafür bleibt dann aber der volle Klang erhalten. Die Originalspur wird komprimiert, aber eben nur so stark, dass keine Audio-Informationen verloren gehen.

Jetzt denkst du dir vielleicht:

„Okay, super, dann kann ich ja statt MP3 einfach Wave verwenden, weil dann habe ich eine viel bessere Audio Qualität.

VORSICHT!

Wave erhält zwar die volle Qualität der Originalspur, aber es benötigt dafür auch 20 bis 30 mal so viel Speicherplatz wie MP3.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn jemand deine Podcastfolge runterlädt, dauert das 20 bis 30 mal länger, weil die Datei 20 bis 30 mal größer ist.

Bei einem langen Podcast-Interview kann sich die Größe eine WAV Datei schnell im Gigabyte Bereich befinden.

Und das solltest du deinen Podcast Zuhörern auf keinen Fall antun!

Wann solltest du welches Audioformat für deinen Podcast verwenden?

Bisher habe ich dir einen groben Überblick über die drei wichtigsten Audio Formate gegeben. Du weißt jetzt was MP3, M4a und WAV sind, und welche Vor- und Nachteile sie jeweils haben.

Aber, welches dieser drei Formate eignet sich jetzt am besten für deinen Podcast?

Fangen wir doch einfach einmal damit an, was du nicht verwenden solltest:

M4a ist noch nicht kompatibel genug

M4a ist ein wirklich tolles Format. Keine Frage. Aber es ist leider nicht überall kompatibel.

Das größte Problem ist, wie gesagt, Spotify. Und damit fällt M4a meiner Meinung nach im Moment noch komplett raus.

Es könnte sein, dass ich in zwei bis drei Jahren einen Beitrag veröffentliche, wo ich dann sage:

„Okay, ab jetzt können wir M4a verwenden, weil es überall unterstützt wird.“

Aber im Moment sind wir einfach noch nicht so weit.

MP3 ist im Moment das beste Format für Podcaster!

Bis dahin sollten wir unsere Podcast Episoden als MP3 Dateien hochladen.

MP3 ist der Audio Klassiker schlechthin!

Es ist kompatibel mit allen Podcasts Apps, kompatibel mit allen Plattformen und benötigt relativ wenig Speicherplatz im Vergleich zum Original, und hat dabei nur einen leichten Qualitätsverlust.

Eine Sache möchte ich auch noch kurz erwähnen:

MP3 ist kein schlechtes Format, nur weil es das bessere M4a gibt!

Im Gegenteil: MP3 ist ein sehr gutes und solides Dateiformat!

Es hat eine lange Geschichte und ist extrem weit verbreitet.

Ich kann dir also die Empfehlung geben: Veröffentliche alle deine Podcast Episoden als MP3-Datei!

Ist WAV völlig nutzlos?

So, jetzt bleibt noch das WAV Format übrig…

WAV hat den Vorteil, dass der volle Klang und die volle Audio Qualität erhalten bleiben.

WAV hat aber eben auch den riesigen Nachteil, dass es enorm viel Speicherplatz benötigt, und daher nicht praktikabel für den Podcast Download ist.

Das klingt jetzt erstmal so, als wäre Wave völlig aus dem Rennen.

Und das stimmt auch zum Teil, denn es eignet sich überhaupt nicht für die Veröffentlichung von deinen Episoden, aber es eignet sich für etwas anderes:

WAV als Speicherformat verwenden

Wave ist extrem nützlich, um deine Audio Aufnahmen abzuspeichern!

Wenn du deine Podcastfolge als MP3 auf deinem PC, auf deiner Festplatte, oder in deiner Cloud abspeichert, speicherst du die schlechtere und komprimierte Qualität ab.

Wenn du die Aufnahme dann nochmal neu bearbeiten willst, dann bearbeitet du immer die schlechtere und komprimierte Audio Datei!

Das ist nicht unbedingt optimal…

Deswegen empfehle ich dir folgende Vorgehensweise:

Speichere die Originalaufnahmen von deinen Episoden immer als .wav Datei auf deinem PC ab. Du kannst bei Audacity deine Aufnahmen zuerst als .wav Datei exportieren, und nach dem Bearbeiten exportierst du sie noch einmal als .mp3 Datei zur Veröffentlichung.

Das ist die beste Empfehlung, die ich dir geben kann!

M4a ist, wie gesagt, ein tolles Format, aber es dauert einfach noch ein paar Jahre, bis das dann wirklich überall kompatibel ist.

Und sobald es soweit ist, werde ich natürlich einen Artikel dazu veröffentlichen und dir Bescheid geben!

Bis dahin wünsche ich dir viel Spaß beim Erstellen und hochladen deiner Podcast Episoden in MP3 🙂